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Künstlersoziologie

In seiner 1982 erstveröffentlichten und bis heute  relevanten Grundlagenstudie Art Worlds zitiert Howard Becker im Abschnitt Art and Artist einleitend (sowie später erneut) aus Tom Stoppards Bühnenstück Travesties (1974) eine (fiktive) Auseinandersetzung mit dem (auch von Joseph Beuys vertretenen) dadaistischen Selbstverständnis, demzufolge jeder Mensch, der sich dafür hält, Künstler wäre, zur Besonderheit des Künstlers, der durch sein Können [talent] als Besonderes das schaffe, was allein ein Künstler kann: „An artist is someone who is gifted in some wys that enables him to do something more or less well which can only be done badly or not at all by somebody who is not thus gifted.“ (14; 354)

Im 1. Akt des Stücks wird gegen den Zür´cher Dadaisten Tristan Tzara („Heutzutage ist derjenige ein Künstler, der das Kunst nennt, was er tut“: 25) so argumentiert (26): „Aber das macht Sie doch nicht zum Künstler. Ein Künster ist jemand, der ein ganz bestimmtes Talent hat, das ihn befähigt, etwas mehr oder weniger gut zu tun, was jemand ohne Talent nur schlecht oder gar nicht zu tun vermag …“

Literatur Tom Stoppard. Travesties. Schauspiel. Deutsch Hilde Spiel. Rowohlt, Reinbek 1976 [= das neue buch 81],            80 p. – Joseph Beuys, Jeder Mensch ist ein Künstler:  https://pawlo.wordpress.com/2015/04/09/ist-jeder-ein-kunstler/  – Howard S. Becker, Art Worlds. University of California Press, Berkeley 1982, viii/392 p.; ibid. 2008, updated and expanded, 25th anniversary edition, xxviii/408 p. – Richard Albrecht, DADA – DADAISMUS – HANS ARP. Event – Show –  Performance … und was aus Kunst als Prozess geworden ist; in: soziologie heute, 4 (2011) 18: 28-32; http://www.poetenladen.de/richard-albrecht-dadaismus.php – Wilma Ruth Albrecht, Kunstmoderne. Über Moderne Kunst am Beispiel von Dalís 20. Jahrhundert; in: Forum Wissenschaft, 33 (2016) 2: 60-62; http://www.bdwi.de/forum/archiv/archiv/9231682.html

Richard Albrecht 3.2017

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Über bjh

Das Fachmagazin soziologie heute erscheint seit Oktober 2008 zweimonatlich, widmet sich aktuellen soziologischen Themen und bereitet diese allgemein verständlich auf. Als dzt. größtes soziologisches Fachmagazin im deutschsprachigen Raum ist es dem Herausgeber ein Anliegen, den Kontakt mit Nachbardisziplinen zu pflegen und Vernetzungen zu fördern. Näheres unter: www.soziologie-heute.at

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