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Klassiker

Harriet Martineau (1802-1876)

Die Anfänge der Soziologie sind weiblich, auch wenn Lehrbücher eine androzentrische Theoriegeschichte der Soziologie entwerfen. Dies bedeutet, dass die Ursprünge der Soziologie auf eine längere Tradition zurückzuführen sind als bisher in der Soziologie selbst wahrgenommen und vermittelt wurde.

Harriet Martineau (1802-1876, geb. in Norwich/England) ist die erste Soziologin (Rossi 1973), Gründungsmutter der Soziologie und Pionierin der empirischen Sozialforschung. Im deutschsprachigen Raum ist ihre besondere Rolle für die frühe Soziologie jedoch vollständig ignoriert worden.

Bereits im Jahr 1838 hat Martineau auf die Notwendigkeit einer eigenständigen Wissenschaft der Gesellschaft hingewiesen. Sie bezeichnete diese neue Wissenschaft als „science of society“ bzw. „science of Morals“ (Martineau 2002 [1838]: 15) und forderte selbstbewusst ihre Identität und Anerkennung als Fachdisziplin.

„Every man seems to imagine that he can understand men at a glance; he supposes that it is enough to be among them to know what they are doing; he thinks that eyes, ears, and memory are enough for morals, though it would not qualify him for botanical and statistical observation. (…) The observer of Men and Manners stands as much in need of intellectual preparation as any other student” (Martineau 2002 [1838]: 13f.).

Die wichtigsten Werke für die Soziologie sind “How to observe Morals and Manners” (1838) und” Society in America” (1837) – in der deutschen Übersetzung “Die Gesellschaft und das Sociale Leben in America” (1838). Martineau verfasste weitere Studien zur Soziologie der Arbeit und des Berufs (Hoecker-Drysdale 2003a,b), Krankheit und Politischen Ökonomie (für eine vollständige Übersicht vgl. Hill/Hoecker-Drysdale 2003). Darüber hinaus arbeitete sie als Übersetzerin und Schriftstellerin.

Mehr über Harriet Martineau erfahren Sie im Beitrag von Nina R. Jakoby in: soziologie heute, Heft 15, Februar 2011.

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Über bjh

Das Fachmagazin soziologie heute erscheint seit Oktober 2008 zweimonatlich, widmet sich aktuellen soziologischen Themen und bereitet diese allgemein verständlich auf. Als dzt. größtes soziologisches Fachmagazin im deutschsprachigen Raum ist es dem Herausgeber ein Anliegen, den Kontakt mit Nachbardisziplinen zu pflegen und Vernetzungen zu fördern. Näheres unter: www.soziologie-heute.at

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